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Sonstiges

Seite zuletzt geändert
am: 12.10.2016, 11:39
von Administrator

Wort von Pfarrer Michael Rams zu seiner Ernennung zum Dechanten des

Dekanates Andernach-Bassenheim und zur Gottesdienstordnung ab Januar 2015

 

Vorbemerkung: Ich bin nicht mit wehenden Fahnen Dechant geworden, sondern es ist  das Ergebnis eines längeren Prozesses.

 

Gestatten Sie mir, etwas auszuholen und mit der Geschichte des jungen Dekanates Andernach-Bassenheim zu beginnen.

Am 1. April 2004 wurde das neue Dekanat aus den alten Dekanaten Andernach und Bassenheim zusammengeführt. Die Leitung und Stellvertretung wurden für 7 Jahre Lutz Schultz und mir übertragen.

Die Herkulesaufgabe für uns bestand im Projekt 2020 mit der Bildung der 4 neuen pastoralen Räume und dem Pastoralplan.

2011 wurde ich Pfarrer und Moderator der Pfarreiengemeinschaft Mülheim-Kärlich und Vorsitzender des Kirchengemeindeverbandes.

Dechant Schultz sollte in ähnlicher Weise die große Pfarreiengemeinschaft Andernach mit

7 Pfarreien auf den Weg bringen.

Da weitere Veränderungen in der Zahl der Dekanate im Bistum Trier anstanden, bat uns Bischof Stephan, unsere Amtszeit um ein Jahr zu verlängern, nämlich bis zum 1. April 2012.

Aus 35 Dekanaten wurden durch weitere Zusammenlegung 32 Dekanate in unserem Bistum.

 

Aufgrund unserer Belastung sahen sich weder Lutz Schultz noch ich in der Lage, wieder als Dechant und Stellvertreter zur Verfügung zu stehen. Da sich auch kein anderer Pfarrer im Dekanat zur Übernahme des Amtes bereit erklärte, ernannte Bischof Stephan den Dekanatsreferenten Uli Britten zum geschäftsführenden Dekanatsreferenten.

Auch im Dekanat Rhein-Wied, das vor dem gleichen Problem stand, wurde so verfahren. In der Folgezeit wurde für dieses Dekanat eine neue Dekanatsstruktur entwickelt, die vor allem das Ziel hatte, das Dechantenamt zu entlasten und auf die wichtigsten Aufgaben zu konzentrieren.

Im Herbst 2013 stellten Direktor Michael Kneib und Mitarbeiter Günter Gauer diese Struktur in unserer Dekanatskonferenz vor. Sie regten an, die neue Aufgabenverteilung auf unsere Situation herunterzubrechen. Das haben wir in einer Arbeitsgruppe „Dekanatsleitungs-struktur“ getan.

 

Da mir das Dekanat Andernach-Bassenheim sehr am Herzen liegt, gerade weil ich mit Lutz Schultz und dem damaligen Dekanatsreferenten Günter Leisch viel Zeit und Energie in den Aufbau des neuen Dekanates gesteckt habe und im Arbeitskreis starke Signale zu einer Zusammenarbeit kamen, habe ich unter den neuen Bedingungen „Ja“ gesagt.

Zwei Pastoralreferenten, Markus Annen und Birgit Brink werden mich zukünftig im Beerdigungsdienst unterstützen. Die genauen Modalitäten werden mit allen, die in unserer Pfarreiengemeinschaft Beerdigungsdienste wahrnehmen, nach meinem Urlaub besprochen.

 

Leider währte die Freude über die vom Bistum genehmigte neue Dekanatsstruktur nur kurz.

Seit Mittwoch, den 15. Oktober 2014, wissen wir vom Wechsel des derzeitigen Dekanatsreferenten Uli Britten ins Generalvikariat Trier, wo er neuer Mitarbeiter in der Abteilung „Seelsorge und pastorales Personal“ im Generalvikariat Trier wird und damit ebenfalls eine neue Herausforderung annimmt.

Ich bin aber guter Hoffnung, dass die Stelle des Dekanatsreferenten wieder besetzt werden kann.

 

Kritik wurde wohl dazu geäußert, dass die Gläubigen erst aus der Zeitung von meiner Ernennung zum Dechanten durch Bischof Stephan erfahren haben.

Da der Bischof in den letzten Wochen kaum in Trier präsent war, erfolgte meine Ernennung etwas holprig und sogar rückwirkend zum 1. Oktober. Urkunde und Pressemitteilung kamen gleichzeitig.

Ich bitte, das zu entschuldigen!

 

 

Der Pfarreienrat beriet am 23. Oktober 2014 die neue Situation, die mit der Versetzung von Pfarrer Johannes Steffens und meiner Ernennung zum Dechanten entstanden ist.

 

Um es vorweg zu sagen:

Unsere Pfarreiengemeinschaft ist im Vergleich zu anderen personell gut ausgestattet. Allein im Bereich von Bad Kreuznach sind drei große Pfarreiengemeinschaften in der Größe zwischen 10.000  und 13.000 Katholiken seit Monaten vakant, und ein Ende ist nicht abzusehen.

Aber auch Gemeindereferenten fehlen vielerorts, und bei meinem ersten Zusammentreffen mit den anderen Dechanten war der Druck massiv zu spüren. Da kann ich nur froh und dankbar sein, dass ich hier noch ein Team mit den unterschiedlichen Berufsgruppen habe. Ich darf das an dieser Stelle einmal sagen:

Ich bin froh über jede/n meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit der/dem ich hier zusammenarbeiten darf. Wir sind ein gutes Team, und ich bin überzeugt, dass wir als Team für neue Bewerbungen attraktiv sind.

 

Es erdet unsere Sorgen, wenn wir auch mal in die Weltkirche schauen.

Padre Viktor aus Bolivien sagte am Sonntag, den 19. Oktober 2014, er sei für ca. 350 Pfarrgemeinden zuständig, und er ist stolz und dankbar, wie die Gläubigen ihren Glauben im Alltag, im Gebet und im Gottesdienst leben. Die weiteste Entfernung zwischen den Gemeinden beträgt ca. 600 Kilometer.

 

„Kirche im Umbruch: Krise oder Chance?“

So überschrieb vor Wochen der „Ausscheller“ im „Blick aktuell“ seine Glosse.

Die Überschrift ist falsch, weil sie ein Entweder – Oder suggeriert.

Ich bin überzeugt: Ohne Krise hätte die Chance keine Chance! Dafür sind die beharrenden Momente „Es soll alles so bleiben, wie es ist!“ zu stark.

Aber die Rahmenbedingungen verändern sich so rasant, dass die Personalien nur den Anlass und nicht den alleinigen Grund zur Veränderung auch in der Gottesdienstordnung unserer Pfarreiengemeinschaft darstellen.

 

Zur zukünftigen Gottesdienstordnung möchte ich Ihnen einige Leitlinien nennen, die wir als Hauptamtliche gerne setzen wollen.

 

- Personalveränderungen betreffen die ganze Pfarreiengemeinschaft.

- Die alten Zuordnungen (Pfarreiengemeinschaften bis September 2011) sind spätestens mit

  dem Weggang von Pfarrer Steffens überholt.

- Die Traditionen und Feste – soweit sie wirklich gelebt werden und damit Rückendeckung in

  den Gemeinden haben – sollen garantiert bleiben bzw. eine hohe Priorität haben

  (z.B. Kirmes, Schützenfeste, Pfarrfeste, etc.).

- Hochzeiten und Ehejubiläen sind an den üblichen Tagen und zu den gewohnten Zeiten

  weiter möglich.

- Eine Konzentrierung der Gottesdienste schafft Freiräume für neue pastorale Projekte.

- Wort-Gottes-Feiern sind weiterhin möglich, werden aber nicht mehr terminiert.

  Wort-Gottes-Dienst-Leiter bekommen inhaltliche Unterstützung durch Hauptamtliche.

  Termine werden vor Ort entsprechend der Gelegenheiten gesetzt; kein Automatismus.

  Niemand wird für einen Dienst „verhaftet“.

- Über die Erstkommunionfeiern muss für das Jahr 2015/2016 neu verhandelt werden.

  Pfr. Alois Weller ist für die aktuelle Erstkommunionvorbereitung und für die

  Erstkommunionfeier in Weißenthurm bereit, mitzuarbeiten.

- Pro Pfarrei soll es in der Regel eine Werktagsmesse geben. Weitere Gottesdienstformen

  am Werktag hängen von der Bereitschaft Ehrenamtlicher ab.

- Aufgrund des Alters, des z.T. angeschlagenen Gesundheitszustandes wird die sonntägliche   

  Gottesdienstordnung ohne feste Einplanung der Ruhestandspfarrer erstellt.

- Urlaub, Exerzitien, Fortbildung und Freier Tag der pastoralen Mitarbeiter/innen sind

  Obliegenheiten, die im Dienst gewährleistet sein müssen!

 

Letztlich bin ich der Meinung, die bisher nicht konkretisiert und offiziell thematisiert ist:

Aufgrund der rasanten Entwicklung muss für unseren pastoralen Raum über die Gründung einer neuen Großpfarrei nachgedacht werden.

 

Nun zu unserem Gottesdienstplanvorschlag:

Die Abendmesse der Pfarreiengemeinschaft in Urmitz/Bhf. ist zugleich in der Regel die Sonntagsmesse der Pfarrei. Die schon stark zurückgegangenen Intentionen sind ab Januar dort aufzunehmen.

Damit verbleiben 8 Pfarrgemeinden, die ab Januar 2015 „Pärchen“ bilden, in denen die Sonntagsmessen wochenweise rotieren. An den Wochenenden, an denen keine Eucharistie-feier vorgesehen ist, können, soweit Ehrenamtliche vor Ort bereit sind, Wort-Gottes-Feiern oder Andachten stattfinden.

In der Regel haben die Gläubigen die Möglichkeit, in 5 Orten den Sonntag mit einer Eucharistiefeier zu begehen.

 

Auf den ersten Blick scheint diese Gottesdienstordnung eine drastische Kürzung zu sein. Auf den zweiten Blick kann man auch den Charme erkenne, weil sie Freiraum für neue Möglichkeiten eröffnet, die Priester entlastet, das Zusammenwachsen der Katholiken fördern kann und weiterhin die Eigenfeste der Pfarreien garantiert, vielleicht sogar stärkt, weil sich der jeweilige Priester auf dieses Fest konzentrieren kann.

Jeder von uns ist in Zukunft mehr und mehr gefragt, warum er/sie Christ ist, und welchen Beitrag er/sie für die Zukunft christlicher Gemeinde vor Ort einbringen kann. Eine Service-Kirche, die sich in den letzten 150 Jahren etabliert hat, und die wir als „Volkskirche“ bezeichnen, geht definitiv zu Ende.

Eines aber bleibt: Die Zusage Jesu: “Ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“

 

Ihr Michael Rams

Moderator und Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Mülheim-Kärlich

 
Pfarreiengemeinschaft Mülheim-Kärlich * Pfarrer-Rödelstürtz-Straße 1 * 56218 Mülheim-Kärlich * Telefon: 02630/2139